Luteolin

Luteolin ist ein faszinierendes Flavonoid, das in vielen unserer täglichen Lebensmittel vorkommt. Flavonoide sind eine Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen mit variablen phenolischen Strukturen, die in vielen Pflanzen vorkommen. Luteolin findest du vor allem in Kräutern (Thymian), Gemüsen und Früchten.

Es besitzt eine Reihe von Eigenschaften, die es nicht nur für die Ernährungswissenschaft, sondern auch für die medizinische Forschung interessant machen. Von seiner Rolle als Antioxidans bis hin zu seinen entzündungshemmenden Effekten – Luteolin hat viel zu bieten. Auch im Bereich der Altersforschung ist Luteolin für Forscher besonders interessant. Es wurde beobachtet, dass Luteolin ein wichtiges Enzym (CD38) hemmt, welches über NAD+ direkt auf den menschlichen Alterungsprozess Einfluss nimmt.

Wo kommt Luteolin vor?

Diese Liste gibt dir einen Überblick darüber, in welchen Lebensmitteln Luteolin vorkommt. Es ist interessant zu wissen, dass die Menge an Luteolin in diesen Lebensmitteln erheblich variieren kann, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Anbauweise und Reifezustand.

  • Kräuter: Thymian, Petersilie, Oregano, Minze, Rosmarin
  • Gemüse: Beete, Sellerie, Brokkoli, Karfiol, Paprika, Karotten, Zwiebeln, Kohl ,Spinat
  • Früchte: Äpfel (vor allem die Schale), Kirschen, Trauben, Orangen
  • Hülsenfrüchte: Grüne Erbsen, Grüne Bohnen [1,2]
Sekundäre Pflanzenstoffe Apigenin Luteolin Regenad

Welche gesundheitlichen Eigenschaften hat Luteolin?

Hemmung von CD38 und Einfluss von Luteolin auf den NAD-Stoffwechsel

Luteolin ist eine Substanz, die in vielen Pflanzen vorkommt und die Fähigkeit hat, die Aktivität eines Enzyms namens CD38 zu hemmen. CD38 spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel von NAD (Nicotinamid Adenin Dinukleotid), einer Substanz, die für die Energieerzeugung und allgemeine Zellgesundheit wesentlich ist. Besonders im Kontext von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alterungsprozessen hat diese Interaktion zwischen Luteolin, CD38 und NAD eine besondere Bedeutung.

Bedeutung für Herz-Kreislauf

Wenn das Herz kurzzeitig nicht genug Blut bekommt (z.B.: im Rahmen eines Infarkts) und dann später aber wieder mit Blut versorgt wird (das nennt man Reperfusion), wird ein Enzym namens CD38 aktiver. CD38 verringert in der Folge die Menge einer wichtigen Substanz namens NADP(H) im Herzen. NADP(H) hilft bei der Herstellung von Stickstoffmonoxid (NO), einem wichtigen Stoff, der dafür sorgt, dass unsere Blutgefäße richtig funktionieren.

Wenn NADP(H) weniger wird, funktionieren die Blutgefäße nicht so gut. Luteolinidin, eine Art von Luteolin, kann CD38 hemmen und so helfen, dass mehr NADP(H) erhalten bleibt. Das bedeutet, dass die Blutgefäße nach einer Ischämie/Reperfusion besser funktionieren können. [3]

Bedeutung für den Alterungsprozess

Im Zusammenhang mit dem Altern ist NAD besonders relevant, da ein höherer NAD-Spiegel mit einer verbesserten Zellfunktion und einer potenziellen Verlangsamung des Alterungsprozesses in Verbindung gebracht wird. Vor allem Forscher wie David Sinclair und Dr. Mark Hyman sind von der Rolle von NAD im Longevity-Bereich überzeugt.

Da CD38 dazu beiträgt, die NAD-Spiegel zu senken, könnte die Hemmung von CD38 durch Substanzen wie Luteolin dazu beitragen, höhere NAD-Spiegel zu erhalten und so altersbedingte Funktionsstörungen und Erkrankungen zu verzögern oder zu verhindern. [4] Neben Luteolin spielen auch Quercetin und Apigenin bei der CD38-Hemmung eine Rolle.

Entzündungshemmende Eigenschaften

Traditionell wurden Pflanzen mit hohem Luteolingehalt zur Behandlung von Entzündungen genutzt. Sowohl isoliertes Luteolin als auch Extrakte aus luteolinreichen Pflanzen zeigten in verschiedenen Modellen eine entzündungshemmende Wirkung.

Das Ziel einer Studie war es, die entzündungshemmende Aktivität von Luteolin anhand neuerer Forschungsergebnisse zu beschreiben – besonders auf molekularer Ebene. So sollten die Möglichkeiten für zukünftige Forschungen und die Entwicklung von Luteolin als entzündungshemmendes Medikament bewertet werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass Luteolin und einige seiner Derivate, wie Luteolin-7-O-Glucosid, sowohl in vitro (im Reagenzglas) als auch in vivo (in lebenden Organismen) starke entzündungshemmende Wirkungen haben. Die Wirkungsmechanismen von Luteolin sind vielfältig, aber wichtige Zieltranskriptionsfaktoren sind Src im NF-κB-Signalweg, MAPK im AP-1-Signalweg und SOCS3 im STAT3-Signalweg. Eine klinische Studie mit einer Luteolin-haltigen Formulierung zeigte eine ausgezeichnete therapeutische Wirkung bei entzündungsbedingten Krankheiten.

Zusammenfassend legt die derzeitige wissenschaftliche Evidenz nahe, dass der Hauptmechanismus der pharmakologischen Wirkung von Luteolin in seiner entzündungshemmenden Aktivität liegt, die durch die Regulierung von Transkriptionsfaktoren wie NF-κB, STAT3, und AP-1 erfolgt. [5]

Kardinalsymptom Entzündung

Antioxidative Aktivität von Luteolin

Es gibt mehrere Mechanismen, die für eine antioxidative Aktivität von Luteolin sprechen:

  • Neutralisierung freier Radikale: Luteolin wirkt direkt als Radikalfänger, indem es freie Radikale bindet. Dies verhindert Zellschäden, die durch oxidative Prozesse verursacht werden. [6]
  • Modulation antioxidativer Enzyme: Es beeinflusst die Aktivität von Enzymen, die eine Schlüsselrolle im antioxidativen Schutz des Körpers spielen, wie beispielsweise Superoxiddismutase und Glutathionperoxidase. [7]
  • Reduktion von oxidativem Stress: Luteolin trägt zur Reduzierung des oxidativen Stresses bei, indem es die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) in den Zellen verringert. [8]
  • Einfluss auf Signalwege: Es interagiert mit verschiedenen zellulären Signalwegen, die an der Regulation von oxidativem Stress beteiligt sind, und moduliert damit die zelluläre Antwort auf oxidative Herausforderungen.
  • Schutz der DNA vor Oxidation Das Molekül hilft, die DNA in den Zellen vor oxidativen Schäden zu schützen, was wichtig für die Zellgesundheit und die Prävention von Mutationen ist. [9]

Herzgesundheit

In verschiedenen Studien wurde untersucht, wie Luteolin Herzkrankheiten beeinflussen kann, insbesondere im Hinblick auf seine antioxidativen, entzündungshemmenden und kardioprotektiven Eigenschaften:

In einer Studie wurde festgestellt, dass das Molekül bei diabetischen Ratten, die eine Herz-I/R-Verletzung erlitten haben, die Herzinfarktgröße reduziert, die Herzfunktion verbessert und den Zelltod von Herzmuskelzellen verringert. Dieser Effekt wurde durch den oben diskutierten Einfluss auf CD38 vermittelt. Luteolin wirkt außerdem, indem es bestimmte Proteine erhöht, die Zellen vor dem Tod schützen, und entzündliche Reaktionen reduzieren. [10]

In einer weiteren Studie wurde (ebenfalls an Ratten) untersucht, wie der sekundäre Pflanzenstoff die Kontraktionsfähigkeit von Herzmuskelzellen bei Herzinsuffizienz beeinflusst. Dies ist auf eine verbesserte Expression, Aktivität und Stabilität von zahlreichen kleinen Signalproteinen zurückzuführen. Diese Veränderungen verbesserten die Herzfunktion und reduzierten die Bildung von Bindegewebe anstelle von Muskelgewebe im Herzen bei Herzinsuffizienz. [11]

Eine Übersichtsarbeit befasste sich außerdem mit den kardioprotektiven (herzschützenden) Wirkungen. Die Publikation untersucht, wie diese Mechanismen bei Herzerkrankungen wie Ischämie/Reperfusion Verletzung, Herzinsuffizienz und Arteriosklerose wirken. Insgesamt sei Luteolin, ein in der Nahrung allgegenwärtiges Flavonoid, ein wirksamer Schutz für das Herz-Kreislauf-System und eine vielversprechende Option in der Prävention von Herzerkrankungen.

Krebsprävention

Luteolin wird bereits in der TCM gegen Krebs eingesetzt, doch es gibt auch bereits wissenschaftliche Forschungen, die auf eine Rolle bei Krebs hindeuten:

Die Forscher erwähnten, dass die biologischen Effekte des Moleküls miteinander verknüpft sein könnten. Beispielsweise könnte die entzündungshemmende Wirkung mit anderen Eigenschaften zusammenhängen. So ist es mit der Induktion von Apoptose, sowie der Hemmung von Zellwachstum, Metastasierung und Angiogenese verbunden.

Zudem sensibilisiert Luteolin entartete Zellen für die zytotoxische Wirkung therapeutischer Behandlungen, indem es diverse Signalwege für das Zellüberleben unterdrückt und Apoptosewege stimuliert, die den Tumorsuppressor p53 induzieren.

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Schutz des Nervensystems

In einer Publikation wurde die neuroprotektive Wirkung von Luteolin auf neurologische Traumata und neurodegenerative Erkrankungen untersucht. Entzündungen im Nervensystem, können zu neurodegenerativen Störungen, kognitiven Defekten und Gehirnschäden führen. Bei einem neurologischen Trauma oder einer traumatischen Hirnverletzung werden im Gehirn Gliazellen, Neuronen und neuroimmune Zellen aktiviert, die entzündliche Mediatoren freisetzen. Diese Entzündungsreaktion kann zu anhaltenden Gehirnschäden und dem Fortschreiten neurodegenerativer Krankheiten führen.

Luteolin zeigt in verschiedenen Studien vielversprechende Eigenschaften in der Bekämpfung dieser Prozesse. Es kann die Aktivierung von Immunzellen wie Mastzellen und die Freisetzung von entzündlichen Mediatoren aus diesen Zellen unterdrücken. Es verringert auch die neuroinflammatorische Reaktion, die Aktivierung von Mikroglia und Astrozyten, oxidativen Stress und die Schwere von neuroinflammatorischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose.

Luteolin und Hautgesundheit

In einer anderen Übersichtsarbeit wurde die Rolle von Luteolin, im Kontext der Hautgesundheit untersucht. Es scheint eine wichtige Rolle beim Schutz von Pflanzen zu spielen, beispielsweise gegen UV-Strahlung, indem es UVA- und UVB-Strahlen teilweise absorbiert. Diese Eigenschaft macht den Stoff auch für die menschliche Haut interessant, da es als erste Verteidigungslinie gegen schädliche photobiologische Effekte wirken kann.

Zudem wurden die bereits besprochenen antioxidativen und entzündungshemmenden Aktivitäten von Luteolin auf Hautzellen wie Keratinozyten und Fibroblasten sowie auf verschiedenen Immunzellen (z.B. Makrophagen, Mastzellen, Neutrophilen, dendritischen Zellen und T-Zellen) beschrieben. Das Molekül kann nachweislich Entzündungsfaktoren (wie z.B. TNF-α, COX-2, IL-1β, IL-6, IL-8, IL-17, und IL-22) unterdrücken und verschiedene Signalwege (wie NF-κB, JAK-STAT und TLR) regulieren. Auf diese Weise moduliert der sekundäre Pflanzenstoff viele entzündliche Prozesse. Auch jene, die in der Haut stattfinden.

Die Forscher fassten zusammen, dass Luteolin ein vielversprechendes Molekül für die Entwicklung „cremiger“ Formulierungen und systemischer Wirkstoffe gegen entzündliche Hauterkrankungen sein könnte. [15]

Kann man Luteolin ergänzen?

Ja, Luteolin kann auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Diese Ergänzungsmittel sind oft in Form von Kapseln oder Tabletten erhältlich und können eine konzentrierte Menge an Luteolin enthalten. Sie sind besonders für Personen interessant, die ihre Aufnahme dieses Flavonoids erhöhen möchten, ohne große Mengen der entsprechenden Lebensmittel zu konsumieren.

Bei MoleQlar ist Luteolin Teil von regeNAD – einem NAD Booster – und von MoleQlar ONE – einem Longevity-Komplex mit Effekten auf alle molekularen Kennzeichen des Alterns.

Regenad Nad Regenerating Complex (1)
regeNAD ist ein innovativ formulierter Komplex zur Steigerung des NAD-Spiegels - mit Luteolin und Apigenin.

regeNAD (NAD Booster)

39,90 

1.210,19  / kg

QSHAKER

7,90 

ONE (Daily Longevity Complex)

109,90 

406,13  / kg

Literatur

  1. Flavonoid Content of Vegetables – USDA. Link
  2. Miean, K H, and S Mohamed. “Flavonoid (myricetin, quercetin, kaempferol, luteolin, and apigenin) content of edible tropical plants.” Journal of agricultural and food chemistry vol. 49,6 (2001): 3106-12. Link
  3. Kellenberger, Esther et al. “Flavonoids as inhibitors of human CD38.” Bioorganic & medicinal chemistry letters vol. 21,13 (2011): 3939-42. Link
  4. Poljšak, Borut et al. “The Central Role of the NAD+ Molecule in the Development of Aging and the Prevention of Chronic Age-Related Diseases: Strategies for NAD+ Modulation.” International journal of molecular sciences vol. 24,3 2959. 3 Feb. 2023. Link
  5. Aziz, Nur et al. “Anti-inflammatory effects of luteolin: A review of in vitro, in vivo, and in silico studies.” Journal of ethnopharmacology vol. 225 (2018): 342-358. Link
  6. Lin, Yong et al. “Luteolin, a flavonoid with potential for cancer prevention and therapy.” Current cancer drug targets vol. 8,7 (2008): 634-46. Link
  7. Robak, J et al. “Screening of the influence of flavonoids on lipoxygenase and cyclooxygenase activity, as well as on nonenzymic lipid oxidation.” Polish journal of pharmacology and pharmacy vol. 40,5 (1988): 451-8. Link
  8. Lin, Yong et al. “Luteolin, a flavonoid with potential for cancer prevention and therapy.” Current cancer drug targets vol. 8,7 (2008): 634-46. Link
  9. Brown, J E, and C A Rice-Evans. “Luteolin-rich artichoke extract protects low density lipoprotein from oxidation in vitro.” Free radical research vol. 29,3 (1998): 247-55. Link
  10. Sun, Dongdong et al. “Luteolin limits infarct size and improves cardiac function after myocardium ischemia/reperfusion injury in diabetic rats.” PloS one vol. 7,3 (2012): e33491. Link
  11. Hu, Wenjing et al. “Luteolin improves cardiac dysfunction in heart failure rats by regulating sarcoplasmic reticulum Ca2+-ATPase 2a.” Scientific reports vol. 7 41017. 23 Jan. 2017. Link
  12. Luo, Yuanyuan et al. “Luteolin: A Flavonoid that Has Multiple Cardio-Protective Effects and Its Molecular Mechanisms.” Frontiers in pharmacology vol. 8 692. 6 Oct. 2017. Link
  13. Lin, Yong et al. “Luteolin, a flavonoid with potential for cancer prevention and therapy.” Current cancer drug targets vol. 8,7 (2008): 634-46. Link
  14. Kempuraj, Duraisamy et al. “Neuroprotective effects of flavone luteolin in neuroinflammation and neurotrauma.” BioFactors (Oxford, England) vol. 47,2 (2021): 190-197. Link
  15. Gendrisch, Fabian et al. “Luteolin as a modulator of skin aging and inflammation.” BioFactors (Oxford, England) vol. 47,2 (2021): 170-180. Link

Grafiken

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