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Was ist Sulforaphan?

Was ist Sulforaphan?

In den letzten Jahren hat die Bedeutung einer gesunden Ernährung für unsere allgemeine Gesundheit und Langlebigkeit immer mehr an Bedeutung gewonnen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bestimmte Nährstoffe und Verbindungen in Lebensmitteln dazu beitragen können, Entzündungen und oxidative Schäden zu reduzieren, die mit einer Vielzahl von chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Eine solche Verbindung, die in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erhalten hat, ist Sulforaphan. In diesem MoleQlar-Beitrag werden wir untersuchen, was Sulforaphan ist, welche Lebensmittel das Molekül enthalten und welchen Effekt das Molekül auf unsere Langlebigkeit haben könnte.

Was ist Sulforaphan?

Sulforaphan ist eine vollkommen natürliche Verbindung, die in bestimmten Kreuzblütler-Gemüsesorten wie Brokkoli, Rosenkohl und Kohl enthalten ist. Es wird durch die Kombination zweier Verbindungen namens Glucoraphanin und Myrosinase produziert, die in den Zellen dieser Gemüse vorhanden sind. Wenn die Zellen von Brokkoli oder anderen Kreuzblütler-Gemüsesorten beschädigt werden – zum Beispiel, wenn sie zerkleinert oder gekaut werden – kommt es zu einer chemischen Reaktion, bei der Glucoraphanin (Vorstufe) und Myrosinase (Aktivierungsenzym) zusammenkommen und Sulforaphan entsteht. Dieser Prozess kann auch durch Erhitzen ausgelöst werden, wenn die Hitze die Zellwände der Gemüse bricht und die beiden Verbindungen freisetzt.

Sulforaphan ist ein starkes Antioxidans und ein bedeutender Entzündungshemmer, was bedeutet, dass es dazu beitragen kann, oxidativen Stress und Entzündungen im Körper zu reduzieren. Beides sind Faktoren, die mit einer Vielzahl von Krankheiten und Alterungsprozessen in Verbindung gebracht werden. Doch bevor wir uns näher mit dem Molekül beschäftigen, werfen wir einen Blick auf die genannte Vorstufe Glucoraphanin und das Aktivatorenzym Myrosinase. Warum? Diese beiden Stoffe bilden erst die Grundlage für die Entstehung von Sulforaphan und sind daher besonders wichtig.

Brokkoli am Esstisch
Brokkoli ist eine der besten und reichhaltigsten natürlichen Quellen von Sulforaphan.

Was ist Glucoraphanin?

Glucoraphanin gehört zur Familie der Glucosinolate, die als sekundäre Pflanzenstoffe bekannt sind und aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Wirkung immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. Sie werden auch als Senfölglykoside bezeichnet. Glucoraphanin hat eine charakteristische molekulare Struktur, die aus einem Glukosemolekül und einem schwefelhaltigen Molekül besteht, das als Sulfoxygruppe bezeichnet wird. Wenn Glucoraphanin durch Enzyme aktiviert wird, wandelt es sich in Sulforaphan um, indem die Sulfoxygruppe abgespalten wird. Daher wird Glucoraphanin in innovativen Nahrungsergänzungsmitteln kombiniert mit Myrosinase (Aktivatorenzym) verwendet. Die Umwandlung von Glucoraphanin in Sulforaphan findet hauptsächlich im Magen-Darm-Trakt statt. Was genau das Aktivatorenzym Myrosinase ist erklären wir im nächsten Abschnitt.

Was ist Myrosinase?

Myrosinase ist ein Enzym, das verantwortlich für die Umwandlung von Glucoraphanin in Sulforaphan ist. Ohne Myrosinase würde Glucoraphanin nicht in Sulforaphan umgewandelt werden können. Während des Kochens von Kreuzblütengemüse kann das Myrosinase-Enzym aufgrund von Hitze oder pH-Veränderungen zerstört werden, wodurch die Umwandlung von Glucoraphanin in das Zielmolekül verringert wird. Aus diesem Grund wird empfohlen, Kreuzblütengemüse schonend zu garen oder sie roh zu verzehren, um sicherzustellen, dass ausreichend Myrosinase vorhanden ist, um die Umwandlung von Glucoraphanin in Sulforaphan zu gewährleisten. Alternativ kann man eine Kombination von Glucoraphanin und Myrosinase als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Sulforapro kombiniert Glucoraphanin und Myrosinase mit Brokkoli-Extrakt.
Glucoraphanin (Vorstufe von Sulforaphan) und Myrosinase (Aktivatorenzym) ahmen im Verdauungstrakt die natürliche Entstehung von Sulforaphan nach.

Welche Lebensmittel enthalten Sulforaphan?

Wie bereits erwähnt, kommt Sulforaphan hauptsächlich in Kreuzblütler-Gemüsearten wie Brokkoli, Rosenkohl und Kohl vor. Andere Gemüsesorten wie Radieschen, Rucola und Senfgrün enthalten ebenfalls Sulforaphan, wenn auch in geringeren Mengen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Brokkolisorten gleich sind, wenn es um Sulforaphan geht. Einige Brokkolisorten enthalten mehr Glucoraphanin als andere, was bedeutet, dass sie auch mehr Sulforaphan produzieren können. In der Regel enthalten jedoch alle Brokkolisorten eine kleine Menge des wichtigen Moleküls, um gesundheitliche Vorteile zu bieten. In einer 100-Gramm-Portion gekochten Brokkoli können bis zu 1,6 Milligramm Sulforaphan enthalten sein. Auch Blumenkohl enthält eine beträchtliche Menge des Vitalstoffs.

Neben Gemüse enthalten auch Sprossen, wie Brokkolisprossen, eine hohe Konzentration an Sulforaphan. In einer Studie wurde gezeigt, dass Brokkolisprossen im Vergleich zu ausgewachsenen Brokkolipflanzen bis zu 100-mal mehr Sulforaphan enthalten können. Im Sulforapro-Komplex von MoleQlar treffen Glucoraphanin und Myrosinase auf feinsten Brokkoli-Extrakt!

Wie wirkt Sulforaphan im Körper?

Sulforaphan stimuliert in den Zellen über bestimmte Transkriptionsfaktoren molekulare Mechanismen, die einen geroprotektiven Effekt haben. „Geroprotektoren“ schützen uns vor dem Alterungsprozess. Sulforaphan ist ebendieser Gruppe zuzuordnen. Gerne erklären wir auch genau, was das Molekül im Körper macht: es aktiviert nämlich den sogenannten Nrf2-Signalweg (Englisch für: Nuclear factor erythroid 2-related factor 2). Ein langes Wort, aber es lässt sich relativ einfach beschreiben, wofür dieser Signalweg im Körper zuständig ist.

Sulforapro - der innovative Sulforaphan-Komplex von MoleQlar.

Was ist der Nrf2-Signalweg?

Nrf2 ist ein Transkriptionsfaktor, der eine Schlüsselrolle bei der Regulierung der Expression von Genen spielt, die an der Entgiftung von schädlichen Substanzen und der Bekämpfung von oxidativem Stress beteiligt sind. Wenn Sulforaphan in den Körper aufgenommen wird, aktiviert es diesen Signalweg, indem es mit bestimmten Proteinen in den Zellen interagiert und ihre Freisetzung aus dem Cytoplasma (Zellwasser) in den Zellkern stimuliert.

Der Nrf2-Signalweg hat eine Reihe von positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Zum einen schützt er die Zellen vor oxidativem Stress, der durch freie Radikale verursacht wird und zu Zellschäden, Entzündungen und Krankheiten führen kann. Zum anderen hilft er bei der Entgiftung von Schadstoffen, die im Körper vorhanden sein können.  Durch die Aktivierung des Nrf2-Signalwegs werden also verschiedene Schutzmechanismen im Körper aktiviert. Klingt gut? Okay. Doch wie sollte ich Sulforaphan jetzt am besten einnehmen?

Warum sollte man Sulforaphan in Kapselform einnehmen?

Obwohl die besten Quellen für Sulforaphan Kreuzblütler-Gemüse sind, kann es schwierig sein, ausreichende Mengen des bioaktiven Moleküls durch Nahrungsmittel allein zu erhalten. Die Absorption von Sulforaphan ist komplexer, als sie auf den ersten Blick den Anschein hat. Sulforaphan in seiner reinen Form ist sehr instabil und kommt in der Regel nicht in unserem Körper an bzw. wird bereits auf dem Weg in den Darm zerstört. Die Kombination von Glucoraphanin und Myrosinase ahmt die natürliche Entstehung von aktiviertem Sulforaphan in unserem Verdauungstrakt nach. Damit die Magensäure die Molekülstrukturen nicht angreifen kann, ist die Kapsel mit einer magensaftresistenten Schicht überzogen. Nur so kann der hochreine und bioaktive Vitalstoff seine Wirkung im Körper vollständig entfalten. Unser Sulforapro ist ein innovativer Molekül-Komplex aus der Sulforaphan Vorstufe Glucoraphanin und seinem Aktivatorenzym Myrosinase, kombiniert mit natürlichem Brokkoli-Extrakt. 

Sulforapro Kapseln von MoleQlar
Der Sulforapro Komplex von MoleQlar sorgt dafür, dass Sulforaphan auch da ankommt, wo es ankommen soll - im Körper!

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass Sulforaphan als Nahrungsergänzungsmittel ein vielversprechendes Mittel zur Förderung der Langlebigkeit sein könnte. Sulforaphan hat nachweislich antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Am besten eignet sich ein Präparat mit den Vorstufen Glucoraphanin und Myrosinase. Diese sind wichtige Bestandteile, die bei der Produktion des Moleküls eine Rolle spielen. Da es schwierig sein kann, ausreichende Mengen an Glucoraphanin und Myrosinase durch die Ernährung allein zu erhalten, sind Nahrungsergänzungsmittel eine bequeme und effektive Möglichkeit, um sicherzustellen, dass der Körper ausreichende Mengen des Vitalstoffs aufnimmt.

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