Magazin, Moleküle

Was ist Hyaluron (Hyaluronsäure)?

Hyaluron Hyaluronsäure Artikelbild

Hyaluron, beziehungsweise Hyaluronsäure, kennen viele aus der Plastischen Chirurgie, wo die Substanz schon länger als „Faltenfüller“ für die Haut benutzt wird. Das Molekül kommt natürlich in unserem Körper vor – wir können es sogar bis zu einem gewissen Grad selbst produzieren. Mit dem Alter wird der Gehalt an Hyaluron in unserem Körper allerdings immer geringer, was zu einer herabgesetzten Elastizität der Haut führt. Einige Studien konnten zeigen, dass durch eine regelmäßige Zufuhr von Hyaluron sich die Faltentiefe verringern ließ. Erfahre hier mehr über das faszinierende Molekül Hyaluron und welche Vorteile es für dich bringt.

Vorkommen von Hyaluron

Der Name Hyaluronsäure geht auf seinen Entdecker Karl Meyer zurück. Dieser isolierte in den 1930er Jahren aus dem Glaskörper von Rinderaugen zum ersten Mal einen Stoff, der aus vielen Zweifachzuckern (Disachariden) und Uronsäuren bestand. Das altgriechische Wort für Glas ist „hyalos“ und somit nannte er die neu entdeckte Substanz Hyaluronsäure. Hyaluron ist die Abkürzung des Wortes.

In unserem Körper befinden sich insgesamt etwa 15 Gramm Hyaluronsäure, verteilt unter anderem in unseren Gelenken, im Bindegewebe, dem Glaskörper des Auges und in der Haut. In etwa die Hälfte des gesamten Hyaluron befindet sich dabei in der Haut, sowohl in der oberen Epidermis als auch in der tieferen Dermis.

Hier sind noch ein paar weitere, beeindruckende Zahlen:

– Der Hyalurongehalt in der Haut eines 75-Jährigen beträgt in etwa nur ein Viertel verglichen mit dem einer 19-Jährigen Person!
– Dein Körper synthetisiert in etwa 5g Hyaluronsäure pro Tag, wobei genauso viel auch wieder abgebaut wird. Also wird ungefähr ein Drittel der Gesamtmenge an Hyaluron in deinem Körper täglich ab- und wieder aufgebaut.

Hyaluronsäure Filler Plastischechirurgie
Hyaluronsäure (Hyaluron) wird in der Plastischen Chirurgie sehr häufig eingesetzt.

Was macht Hyaluronsäure?

Um die Rolle von Hyaluron in unserem Körper zu verstehen, müssen wir uns noch einmal etwas genauer die Molekülstruktur anschauen. Hyaluronsäure besteht aus einer Aneinanderreihung von Zweifachzuckern, sogenannten Disacchariden. Die Zweifachzuckermoleküle sind dabei veränderte Glukosebausteine, die den komplizierten Namen D-Glucuronsäure und N-Acetyl-D-Glucosamin tragen. Durch die Veränderungen können die einzelnen Zweifachzucker wie eine Kette miteinander verknüpft werden. Man nennt das chemisch Polymere. Diese Struktur macht es möglich, dass Hyaluron sehr viel Wasser binden kann.

Je nachdem wie viele Zweifachzucker man aneinanderknüpft, erhält man unterschiedlich schwere Moleküle. Man unterscheidet grob zwischen leichtem, auch niedermolekulares Hyaluron (NMW) genannt, und schwerem, sogenanntem hochmolekularen Hyaluron (HMW).

Diese Unterscheidung ist wichtig, da die beiden Moleküle abweichende Eigenschaften besitzen.

Hochmolekulares Hyaluron (HMW)

Von hochmolekularem Hyaluron spricht man ab einem Gewicht von 106 Dalton. Das sind in etwa 100 Kilodalton (kDA). Hochmolekulares Hyaluron, wie es in MoleQlar Hyaluron vorkommt, findet man im Gelenkknorpel und der Gelenkflüssigkeit als „Schmiermittel“. Außerdem konnten einige Studien nachweisen, dass es sich positiv auf die Wundheilung auswirkt. Es unterstützt das Bindegewebe und reduziert über die Interaktion mit Oberflächenmolekülen unser Abwehrzellen die Inflammation im Körper.

Außerdem konnte in einigen doppelt verblindeten, Placebo kontrollierten Studien (höchste Evidenz) nachgewiesen werden, dass nach 28-tägiger oraler Aufnahme von hochmolekularem Hyaluron die Faltentiefe signifikant verringert wurde.

Ein Gramm Hyaluronsäure kann in etwa 6 Liter Wasser binden. Der Glaskörper unseres Auges besteht zu ca. 98% aus Wasser. Die restlichen zwei Prozent sind Hyaluron und Kollagenfasern.

Niedrigmolekulares Hyaluron (NMW)

Niedrigmolekulares Hyaluron konnte in einigen Studien ebenfalls die Faltentiefe reduzieren – es war allerdings nicht so effektiv wie hochmolekulares Hyaluron. Unter niedrigmolekularem Hyaluron wurden eher proinflammatorische (entzündungsfördernde) Signale beobachtet.

Bei gewissen Erkrankungen, Asthma bronchiale, Pulmonale Fibrose und arterieller Hypertonie, wird körpereigenes hochmolekulares Hyaluron in niedrigmolekulares Hyaluron umgewandelt. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass dieser Shift zu mehr NMW, eine verstärkte Entzündungsreaktion begünstigt.

Hyaluron in Wissenschaft und Forschung

Hyaluron wird aufgrund seiner einzigartigen biologischen und chemischen Eigenschaften in vielen Bereichen der Medizin eingesetzt. Hier sind einige Beispiele:

  • als „Carrier-Stoff“ in Arzneimitteln.
  • als topische Anwendung bei der Wundheilung
  • in der Augenchirurgie, um das Auge zu schützen
  • als „Schmierstoff“ im Gelenk
  • als Inhaltsstoff von Nasensprays, um die Trockenheit zu reduzieren

Es gibt noch viele weitere Gebiete, in denen Hyaluron eingesetzt wird. Ein Forschungsgebiet ist zum Beispiel der Einsatz von Hyaluronsäure als „Carrier“-Molekül für Krebsmedikamente. Es hat sich gezeigt, dass einige Tumore den Rezeptor CD44 übermäßig viel ausprägen. Hyaluronsäure kann an diesen Rezeptor binden, was es zu einem interessanten Molekül macht, um gezielte Therapieansätze zu entwickeln.

Gelenke Hyaluron
Hyaluron ist aufgrund der Wasserbindungskapazitäten ein ideales Schmiermittel in unseren Gelenken.

Wie nehmen wir Hyaluronsäure auf?

Hyaluron ist – wie vorher schon erwähnt – ein ziemlich großes Molekül. Zu groß, um ganz von unserem Darm aufgenommen zu werden. Aus diesem Grund hat man lange angenommen, dass eine Schluck-Substitution von Hyaluron nichts bringen kann, schließlich wird das Molekül in kleinere Stücke in unserem Darm zerlegt.

Diese Vermutung konnte jedoch widerlegt werden. Zwar wird Hyaluron in unserem Darm in kleinere Bruchstücke zerlegt. Diese Bruchstücke finden jedoch ihren Weg in unser Bindegewebe und aktivieren dort die gleichen Signalwege, wie Hyaluron. Zusätzlich wird hochmolekulares Hyaluron als komplettes Molekül über unser Lymphsystem aufgenommen. In einem größeren Review wurden die Ergebnisse mehrerer Studien zusammengetragen. Hierbei zeigten sich einige Ergebnisse. Erstens fanden die Forscher heraus, dass sich nach mindestens vierwöchiger, täglicher Einnahme von hochmolekularem Hyaluron die Falten reduzierten, sowie die Feuchtigkeit der Haut sich verbesserte. Noch spannender ist, dass in einer Studie nachgewiesen wurden, dass oral aufgenommenes hochmolekulares Hyaluron sich im Bindewege einlagert.

In einer Studie wurden 60 Patienten mit Osteoarthritis des Knies oral 200mg Hyaluron für 12 Monate gegeben. Die andere Gruppe bekam Maisstärke. Beide Gruppen bekamen ein vergleichbares Sportprogramm. Nach 12 Monaten profitierte die Hyaluron-Gruppe. Sie wies eine größere Schmerzreduktion auf, wobei insbesondere die unter 70-Jährigen von der täglichen Einnahme profitierten.

Viskosität Hyaluron Glas
Hyaluron hat in Hautpflegeprodukten typischerweise eine sehr visköse Konsistenz.

Hyaluron in der Kosmetikbranche

Hyaluron ist als Beisatz in Cremes, Seren oder Gel schon länger in der Kosmetikbranche bekannt.

Unsere Haut verdankt ihre Elastizität und ihre Festigkeit dem Bindegewebe. Hauptbestandteile sind Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure. Durch seine wasserbindende Fähigkeit ist Hyaluron für den Feuchtigkeitsgehalt und damit indirekt für die Straffheit unserer Haut verantwortlich.

Da unser Körper im Alter immer weniger Hyaluron herstellt und die Haut somit Flüssigkeit verliert, kommt es zum Verlust der Füllsubstanz. Das sehen wir, wenn unsere Haut Falten bekommt. Häufig ist unsere Haut ein Spiegelbild für unser „gefühltes“ Alter. Unser größtes Organ ist für alle Mitmenschen um uns herum sichtbar, weshalb wir Hautalterung möglichst vermeiden wollen.   

Hyaluron-Gels versprechen diesen Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Allerdings ist hier die Studienlage nicht eindeutig. Sehr wahrscheinlich kann auf der Haut aufgetragenes Hyaluron nicht tief genug in die Haut eindringen. Es bindet eher das Wasser auf der Haut. Die einzige Möglichkeit, neben der oralen Supplementation, ist die Unterspritzung der Haut mit Hyaluron. Je nach verwendetem Hyaluron hält die Wirkung 6 bis 24 Monate an.

Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Protein in unserer Haut. Im Alter reduziert unser Körper, ähnlich wie bei Hyaluron, die Kollagensynthese. Dies trägt ebenfalls zur Hautalterung bei.

Glycin, eine Aminosäure, die wir mit der Nahrung aufnehmen, kann laut einiger Studien die Kollagensynthese fördern und somit, zusammen mit Hyaluron einer vorzeitigen Hautalterung vorbeugen. Erfahre hier mehr über das Molekül Glycin und seine Auswirkungen auf den menschlichen Körper.

Glycin und Hyaluron zusammen wirken also auf zwei wichtige Altersprozesse in der Haut und können positive Auswirkungen auf deine Hautgesundheit haben. Beide Moleküle kommen gemeinsam in MoleQlar® Hyaluron vor.

Hyaluronsäure in der Nahrung

Hyaluronsäure ist sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Bei den tierischen Lebensmitteln findet man die Hyaluronsäure vor allem im Knorpelgewebe oder in Brühen, die aus Tierknochen zubereitet werden. Weitere Quellen sind:

  • Fische, wie Makrele oder Goldbrasse
  • Kartoffeln
  • Grünes Blattgemüse
  • Bananen
  • Mandeln
  • Süßkartoffeln
  • Cashewkerne
  • Tofu

Die genauen Mengen an Hyaluronsäure in den Lebensmitteln sind nicht gut erforscht. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann, neben ausreichender Supplementation, aber zu einer gesteigerten Aufnahme von Hyaluronsäure beitragen.

Hyaluron Moleqlar Hautgesundheit Glycin
Hyaluron und L-Glycin bilden eine hautnahe Synergie im MoleQlar-Produkt.

Wie wird Hyaluron hergestellt?

Früher musste die Hyaluronsäure aufwendig aus Rinderaugen oder Hahnenkämmen gewonnen werden. Da diese Methode nicht sehr nachhaltig ist, haben sich Forscher andere Methoden überlegt.

Heutzutage wird Hyaluronsäure durch gentechnisch veränderte Bakterien erzeugt. In großen Fermentationsanlagen kann so reines, veganes Hyaluron gewonnen werden. Durch die verschiedenen Filtrationsprozesse ist die Allergiegefahr auch niedriger als bei tierischen Produkten. Das Endprodukt ist zudem völlig gentechnikfrei, weil die Bakterien restlos entfernt werden.

Diese reine, vegane Form der Hyaluronsäure kannst du auch bei MoleQlar® bestellen. Zusammen mit Glycin kämpft Hyaluron an der vordersten Front deiner Stoffwechsel- und Hautgesundheit!

Zusammenfassung

Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil unseres Körpers. Im Alter jedoch verlieren wir nach und nach die Fähigkeit Hyaluron zu produzieren. Es kommt zu einer verminderten Hautelastizität, die Falten nehmen zu und unser „Schmierstoff“ in den Gelenken wird weniger, was zu mehr Schmerzen führt.

Die Supplementation mit Hyaluron wurde in vielen Studien als sicher bewertet. Die tägliche Einnahme von Hyaluron kann dazu beitragen, dass deine Haut weniger Falten aufweist und Entzündungen im Körper reduziert werden. Somit unterstützt du unter anderem dein größtes Organ, die Haut, vor vorzeitiger Alterung.

Weitere Beiträge aus unserem Blog